Menu
Menü
X

Geschichte von St. Johannis

Kurze Zeittafel

Seit 2013 sind in St. Johannis, ausgelöst durch Restaurierungsvorhaben, umfassende archäologische Feldforschungen am aufgehenden Mauerwerk und im Boden Gang. Sie erbrachten bisher zahlreiche unerwartete Resultate zur Bauentwicklung und machen schon jetzt deutlich, dass die von außen schlicht wirkende Kirche einen prominenten Platz in der europäischen Architekturgeschichte einnehmen wird.

Die Anfänge des Mainzer Christentums gehen weit ins erste Jahrtausend zurück, wahrscheinlich bestand eine Gemeinde bereits am Ende der Römerzeit, im 4. Jahrhundert. Ein erster Bischof ist aber durch Schriftquellen erst für die Zeit um 565 gesichert. Es handelt sich um den aus dem gallischen (heute französischen) Aquitanien stammende Sidonius, der Erbauer eines Baptisteriums.

Seine Amtskirche ist archäologisch zwar bislang nicht gefasst, lässt sich aber am Ort der heutigen Johanniskirche vermuten. Diese geht in großen Teilen noch in fortgeschrittene merowingische Zeit, das heißt ins 7. Jahrhundert zurück. St. Johannis ist die einzige in ihrem Raumgefüge erhaltene Kirche dieser Epoche in Deutschland. Bis in 16 Meter Höhe sind noch die ursprünglichen Mauern der merowingischen Basilika erhalten. Dies konnten jüngste Grabungen und Bauforschungen nachweisen. Seither werden die Untersuchungen in Mainz von einer großen interessierten Öffentlichkeit viel beachtet. Die mindestens 45 lange und 30 m breite Kirche wurde teils auf Mauerzügen der Spätantike (4./5. Jh.) errichtet. Die dreischiffige Basilika mit je einem Chor im Osten und Westen sowie einem Westquerhaus war in ihren Dimensionen für die damalige Zeit ein monumentaler Bau. Sie knüpft mit ihrer Apsis und seinem Querhaus im Westen formal an die Peterskirche in Rom an. Es bestehen kaum Zweifel daran, dass dieser Querhausbau die Amtskirche, d.h. der Dom der Mainzer Bischöfe war.

Durch den Neubau des Domes (Willigisdom) erfolgte 1036 die Umwandlung in eine Stiftskirche. Die Querarme wurden durch Arkaden abgemauert und so die Vierung optisch zum Langhaus geschlagen. Der gotische Westchor ersetzte im 14. Jh. den merowingischen Vorgänger. Wohl zeitgleich ist ein Lettner entstanden, dessen Sockelzone und Fundamente bei den jüngsten Grabungen freigelegt werden konnten. Nach barockem Umbau (Abbruch des Lettners und Bodenniveauerhöhung) wurde die Kirche während der französischen Zeit zunächst zu einem Strohlager und Militärdepot. Danach erfolgte 1828 die Übereignung an die evangelische Gemeinde, welche das Gebäude in einen Gottesdienstraum umgestaltete, mit Orgel, zentraler Kanzel und Emporen im Hauptschiff. Im Jahr 1906 führte Architekt Friedrich Pützer einen abermaligen Innenumbau durch, welcher die Kirche in der Architektursprache des Darmstädter Jugendstils überformte. Im Westchor fanden ein monumentales Orgelprospekt und die Kanzel Aufstellung. Nach einem Luftangriff 1942 brannte die Kirche aus. Nach aufwändigen und tiefgreifenden Umbauten durch den Architekten Karl Gruber wurde St. Johannis 1956 wieder eingeweiht: Die Kirche präsentierte sich als sachlich schlichtes, vereinzelt mit historisierenden Elementen verwobenes Gotteshaus. Detallierte historische Angaben finden Sie hier

Kontakt: Gregor Ziorkewicz, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit an St. Johannis
Tel:   06131 920 58 86
E-Mail: gregor.ziorkewicz.dek.mainz@ekhn-net.de

www.alter-dom-mainz.de

top